Drei Fragen zu LiGa

Teaserbild Drei Fragen an ...Drei Fragen an … Ulrike Haarmann-Handouche, Ansprechpartnerin für LiGa im HKM, Referat I.3

1. Welche Ziele verfolgt das Land Hessen mit der Beteiligung am bundesweiten Programm „LiGa“?

In der hessischen Kooperationsvereinbarung ist das Ziel klar formuliert: „Ziel des Programms „LiGa – Lernen im Ganztag.“ (LiGa) ist es, durch eine Verbesserung des individualisierten Lernens eine höhere pädagogische Qualität in Ganztagsschulen zu erreichen. Dies soll allen Schülerinnen und Schülern eine Steigerung des Lernerfolgs und Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund und sozialer Benachteiligung mehr Chancengleichheit und Teilhabe ermöglichen. Konkreter Ansatzpunkt des Programms ist dabei, die Zusammenarbeit von Schulaufsicht und Schulleitungen im Initiieren und Begleiten systematischer, zielorientierter Qualitätsentwicklungsprozesse an den Schulen zu unterstützen und zu verbessern.“

Dabei geht es auch darum, die Schulen darin zu bestärken, die Formate des individualisierten Lernens, die sich in der Praxis bewährt haben, fortzuführen, weiterzuentwickeln und untereinander auszutauschen. Hier spielt die Arbeit in den drei Netzwerken Nord, Mitte, Süd eine entscheidende Rolle. Aber nicht nur der Blick über den eigenen Schulzaun oder die regionale Grenze stellt sich jetzt schon nach den ersten Netzwerktreffen als spannend und bereichernd dar, auch der Austausch mit den anderen vier teilnehmenden Bundesländern (Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein) ist gewinnbringend. Entscheidend ist, dass alle Vorhaben, Erkenntnisse, Ergebnisse, die im LiGa-Programm entstanden sind, nach Beendigung des Programms in der jeweiligen Schulentwicklung nachhaltig ihren Platz finden. Daher ist der Ansatz von „LiGa“, die Steuerungsebene d.h. die Zusammenarbeit von Schulleitung und Schuldezernent/in zu stärken, ausschlaggebend für den Erfolg des Programms.

2. Was ist Ihre Rolle im Rahmen dem LiGa-Programms?

Bei dem Programm LiGa ist eine Besonderheit die komplexe Struktur unterschiedlichster Arbeits- und Verantwortungsebenen. Hierbei ist es sinnvoll, dass es auf der Ebene der Kooperationspartner, d.h. zwischen der Stiftung Mercator, der Deutschen Kinder – und Jugendstiftung und dem Hessischen Kultusministerium, eine gute Kultur der Verständigung, Vereinbarung und Verantwortlichkeit gibt, die sich auf den  weiteren Ebenen der Steuerung, Organisation und Umsetzung wiederfindet. Praktisch bedeutet dies, dass es eine klare Aufgabenverteilung gibt und dass eine intensive Kommunikation stattfindet, in die ich als Ansprechpartnerin des HKM mit Steuerungsaufgaben einbezogen bin. Zudem kommt es in der Planung und Umsetzung der Netzwerke und Vorhaben der Schulen zu rechtlichen und fachlichen Fragen, die ich von Seiten des Referats gerne beantworte bzw. klären lasse. Es ist schon eine Herausforderung, die unterschiedlichsten Aktionsebenen gut miteinander zu verbinden und den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Da die Zusammenarbeit mit den Akteuren sehr konstruktiv ist, bestehen auch gute Aussichten, dass LiGa gelingt.

3. Welche ersten Schritte für den Aufbau des Programms wurden im Land Hessen bereits unternommen und was will das Land Hessen bis Ablauf des Programms in 2019 erreicht haben?

Nachdem die Grundstrukturen für das Programm bundesweit festgelegt wurden, entwickelte eine Gruppe von Dezernentinnen und Dezernenten mit der SAG und der DKJS ein LiGa-Konzept für Hessen mit thematischen Schwerpunkten, z.B. Lernen lernen, Förderplan, Lernzeiten, Rhythmisierung u.a.m.. Es entstand eine hesseninterne Struktur zur Steuerung und Organisation und ein Kooperationsvertrag wurde abgeschlossen. Parallel zu diesem Konstituierungsprozess wurden Staatliche Schulämter und Schulen für die Teilnahme an LiGa gewonnen und in die hessische LiGa-Struktur integriert. So finden sich mittlerweile 31 teilnehmende Schulen und sechs Staatliche Schulämter in drei regionalen Netzwerken wieder, die begleitet werden von der regionalen Steuerung (DKJS und SAG) und je zwei Netzwerkmoderatoren. Zudem unterstützen noch die sog. LiGa-Beauftragten das Programm, die als Mitarbeiter/innen der teilnehmenden Staatlichen Schulämter als „reitende Boten“ zwischen den Staatlichen Schulämtern, Schulen und Netzwerken fungieren.

Nach den ersten drei Netzwerktreffen, auf denen die LiGa-Schulteams mit Unterstützung der Netzwerkmoderatoren und in Zusammenarbeit mit ihren zuständigen Dezernenten und Dezernentinnen ihre Projektfahrpläne für die Zeit des Programms skizziert haben, steht als nächster Schritte die Abstimmung der Pläne in der jeweiligen Schule noch vor den Sommerferien an. Außerdem werden die Unterstützungsbedarfe, die für die einzelnen Projekte von den Schulen genannt wurden, analysiert, strukturiert und geplant. Diese Aufgabe übernehmen gemeinsam die regionale Steuerungsgruppe, die Dezernenten und Dezernentinnen, die Schulleitungen und ich als HKM-Beauftragte.

Im nächsten Schuljahr starten dann die Schulen mit ihren Projekten, flankiert von Unterstützungsmaßnahmen und Netzwerktreffen sowie überregionale Tagungen. Bis zum Ablauf des Programms 2019 sollte zum einen erreicht werden, dass die LiGa-Schulen ihre Projekte weiter planen, umsetzen, evaluieren und nachhaltig in das schulische Konzept zur individuellen Förderung im Rahmen des Ganztags verankern und dass zum zweiten die Steuerungsebene, d.h. die Schulleitungen und Dezernentinnen/Dezernenten, für sich ein Format finden, das ihnen eine gemeinsame professionelle Unterstützung der schulischen Projekte ermöglicht. Dies ist sicher eine anspruchsvolle Zielsetzung, die z.T. nur angebahnt werden kann und nach Programmende selbstständig durch die Schulen weiterentwickelt werden sollte. Hierfür könnte den Netzwerken auch zukünftig eine wichtige Rolle zukommen.
 

Datum: 24.05.2017
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