Hauptvortrag des Fachtags "Pausen- und Mittagskonzept"- Ganztagsschule gesund gestalten

10:40 – 11:30 Hauptvortrag „Was Hänschen lernt, kann Hans genießen!
- Die biografische Dimension des Essens"

Die positve Drehung der alten und inzwischen widerlegten Erziehungsregel, „Was Hänschen nicht lernt….!“, beschreibt die Zielrichtung des Vortrags.

Bildungserfahrungen in Kindheit und Jugend – hier im Speziellen Erfahrungen zum Thema Esskultur – können im Erwachsenenalter Ressourcen für Lebensqualität und Kohärenz darstellen. Der biographische Ansatz stellt ein erziehungswissenschaftliches Konzept dar, um diese individuellen, „über die Zeit“ gewachsenen und in sozialen Kontexten begründeten Ideen von Essen und sich Ernähren in ihrer Komplexität zu verstehen und sie für den Lebensraum Schule zu bewerten.

Dem Fachpublikum wird „Biographie“ entlang wesentlicher theoretischer Perspektiven skizziert und auf das Ernährungsthema übertragen. Aus dem Blickwinkel der Gesundheitsförderung und der Bildungswissenschaft werden anschließend konzeptionelle Anregungen für das Gestalten der gesundheitsfördernden Ganztagsschule abgeleitet.

Wenn Biographie das Ergebnis des „individuellen Ausbuchstabierens von Zeit- und Kulturgeschichte“ ist, dann kann die Erkundung der Ess-Biographien der Lernenden und Lehrenden zu vielfältigen Ansätzen lebendiger Esskultur in der Institution Schule führen. Was das Ganze konkret für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Co. im Kontext von Lernen, Essen und Pause machen heißt, werden wir in der gemeinsamen Diskussion erörtern und in den Workshops vertiefen.

Dr. phil. Dipl. Ute Zocher


Kurzportrait:

Dr. Ute Zocher ist Diplom-Pädagogin, Systemische Beraterin (SG) sowie Systemische Familienmediatorin und arbeitet seit 2012 als freiberufliche Dozentin und Beraterin.

U.a. ist sie für das Max-Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg, die Pädagogische Hochschule Heidelberg sowie für verschiedene Organisationen im Bereich (Weiter-)Bildung, Gesundheitsförderung/Public Health und Ernährung tätig.

Zu ihren Schwerpunktthemen gehören Bildung und Gesundheit, Biographie, Armut und Gesundheit, Struktur- und Organisationsentwicklung. Seit 2017 ist sie darüber hinaus im Bereich internationaler Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Trainingsprogrammen zur Verbesserung von Hygienestandards in Krankenhäusern tätig (Robert Koch Institut, Berlin).

Weiteres zur Vita



Nach dem Studium der Pädagogik (Schwerpunkt Erwachsenenbildung) an der Freien Universität Berlin und der Sonderpädagogik an der Julius Maximilian Universität in Würzburg sowie der Promotion zum Dr. phil. an der Gesamthochschule Universität Kassel war Dr. Zocher u.a. als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg tätig.
Von 2006 bis 2008 hatte sie dort eine Vertretungsprofessur am Institut für Erziehungswissenschaften inne und leitete von 2010 bis 2012 im Rahmen einer weiteren Vertretungsprofessur den Studiengang Gesundheitsförderung. Sie forschte im Rahmen ihrer Habilitation zum Thema „Gesundheit, Gesundheitsförderung und Lernprozesse. Theoretische Überlegungen und Evaluation eines Studiengangs der Gesundheitsförderung“.
Dr. Zocher ist verheiratet und hat eine Tochter.

Publikationen:

Zusammenfassung des Hauptvortrags und Workshop für die Grundschule und Sek I.

Literaturhinweise und Empfehlungen zum Hauptvortrag und Workshop 1 für die Grundschule und Sek I.

Zocher, Ute (2013): Über die Herausforderung Gesundheitsförderung zu studieren und zu lehren. Ergebnisse einer partizipativen Begleitforschung. Kooperationsverbund Hochschulen für Gesundheit e.V. 


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