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Das Recht darauf, seine Meinung beitragen zu können, ist ein Menschenrecht. Wenn Kinder bereits früh erleben, dass ihre Meinung wertgeschätzt und bei Entscheidungen berücksichtigt wird, wirkt sich dies positiv auf ihr gesamtes Leben aus. Beim Kongress „Kinder mischen mit“ in Darmstadt stand das Recht des Kindes auf Partizipation zwei Tage lang im Mittelpunkt.
Ein Bericht von Christine Küch
Mehr als 120 Teilnehmer/-innen kamen am 21. und 22. Juli 2015 im Schader-Forum Darmstadt zusammen, um über die Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Lebensbereichen zu diskutieren und um konkrete Handlungsempfehlungen zusammenzustellen, wie Kinder und Jugendliche in Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden können. Geladen waren neben Expert/-innen aus der Praxis und der Wissenschaft mehr als 50 Schüler/-innen im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren.
Die Veranstalter - World Vision Deutschland e. V., die hessenstiftung - familie hat zukunft, Outlaw. die Stiftung sowie die Schader-Stiftung - standen vor der Herausforderung, einen Kongress zu planen, bei dem Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche sich gleichermaßen mit ihrem Know-how einbringen und ihre Erfahrungen und Sichtweisen austauschen konnten.
Zunächst gab es eine kindgerechte Begrüßung und zwei kurze Impulsvorträge zum Recht des Kindes auf Mitbestimmung. Anschließend wurden in einem stillen Schreibgespräch auf großen Plakaten erste Ideen, Wünsche und Meinungen zu verschiedenen Lebensbereichen wie Schule, Familie, Freizeitgestaltung, Medien, Ernährung und Gesundheit, mein Körper etc. gesammelt.
„Man sollte das Recht auf gesunde Ernährung haben, aber auch auf Mc Donalds“, war dort zu lesen, kommentiert mit einem JA!!!; „Freie Zeit muss sein – Kinder dürfen sich auch mal langweilen …“
(Weitere Zitate: Bilddokumentation des Kongresses)
Die Plakate wurden im Verlauf des Kongresses für die Weiterarbeit auf zehn Themeninseln genutzt. Hier kamen Expert/-innen zusammen und arbeiteten vertiefend zu jeweils einem der am Vormittag vorgestellten Themenbereiche. In jedem Workshop gab es Inputs aus der Wissenschaft und Praxis, aber auch von den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen. Diese waren vor dem Kongress an ihren Schulen von dem Verein Makista - Bildung für Kinderrechte und Demokratie besucht und auf die Inhalte vorbereitet worden. Engagiert diskutierten die Schüler/-innen auf den Themeninseln mit den Erwachsenen. Dabei standen folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche Beteiligungsformen sind angemessen und praktikabel? Wo gibt es Grenzen und Überforderung? Welche Unterstützung wünschen sich Kinder und Jugendliche von den Erwachsenen?
Nach der Verabschiedung der Kinder und Jugendlichen am ersten Kongresstag gab es für die teilnehmenden Erwachsenen noch die Möglichkeit, sich am späten Nachmittag im Dialogcafé in sechs Tischrunden zum Thema „Zu jung, zu gefährlich, alles nur zum Schein? – Knackpunkte der Verwirklichung von Kinderbeteiligung“ auszutauschen.
Am zweiten Kongresstag bereiteten die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit den Erwachsenen die Präsentation der Ergebnisse aus den Themeninseln vor: Wie sieht der IST-Zustand bei den Mitbestimmungsmöglichkeiten aus und wo möchten wir hin? Welche konkreten Projekte und Handlungsanweisungen können wir vorschlagen, um Kinderpartizipation in Zukunft zu verbessern?
Mit einer Plakatsession und einer Abschlussdiskussion endete der Kongress „Kinder mischen mit“ – eine gelungene Veranstaltung, bei der für alle Teilnehmenden ein Dialog auf Augenhöhe möglich war.
Autorin: Christine Küch, Serviceagentur „Ganztägig lernen“ Hessen
Datum: 31.08.2015
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Weitere Informationen:
Homepage
Bilddokumentation des Kongresses
Dokumentation des Kongresses